Klostergarten Maria Luggau

Selbstversorgung, Medizin und innere Einkehr

Historisch betrachtet sind Klostergärten nicht nur Nutzgärten, sondern haben auch bei der Entwicklung der Pflanzen- und Heilmittelkunde eine wesentliche Rolle gespielt. Sie sind aber auch Orte meditativer Einkehr und Quelle des Wohlbefindens.

Ein Klostergarten war auch wesentliche Grundlage für die klösterliche Unabhängigkeit. Bereits im 6. Jahrhundert wurde die Selbstversorgung in der Benediktusregel beschrieben: „Das Kloster soll, wenn möglich, so angelegt werden, dass sich alles Notwendige, nämlich Wasser, Mühle und Garten, innerhalb des Klosters befindet.“

Ein historischer Garten

Auf 1172m Seehöhe liegt das Servitenkloster Maria Luggau im wunderschönen Lesachtal. Der Klostergarten lag jahrzehntelang brach und wurde in den Jahren 2011 bis 2013 denkmalgerecht restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ausschlaggebend hierfür war der sogenannte Spatzentempel. Die achteckige Kapelle aus dem 16. Jhdt. diente ursprünglich als Empfangshalle für die zahlreichen Pilger, bevor sie später zum Mittelpunkt einer barocken Gartenanlage wurde. 2010 wurde das Gebäude auf Initiative des Bundesdenkmalamtes renoviert, wobei ein Fresko der historischen Gartenanlage freigelegt wurde. Aufgrund seiner kulturhistorischen Bedeutung wurde der Klostergarten nach diesem Vorbild wieder errichtet.

Die Kraft der vier Elemente

Zentraler Bestandteil des Gartens sind vier Beete, die in den vier Himmelsrichtungen um den Spatzentempel angeordnet sind. Sie sind den Elementen Erde, Wasser, Feuer und Luft gewidmet. In jedem Beet wachsen andere Heilpflanzen, die den jeweiligen Qualitäten der Elemente zugeordnet sind. Bei Gartenführungen kann der Besucher mehr über die Geschichte des Gartens erfahren und sein Wissen über die Klostermedizin vertiefen.

„Die Sonne ist die Universalarznei aus der Himmelsapotheke.“

(August von Kotzebue)

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